Beim Verfassen von journalistischen Texten gelten ein paar Regeln, die wir nachstehend für Sie zusammengefasst haben.
Der journalistische Grundsatz
Das oberste Gebot ist die Sorgfaltspflicht: Was in der Zeitung veröffentlicht wird, muss wahr sein.
Die Vorschau
Sie enthält alle Angaben, die der interessierte Leser wissen muss: wo findet wann welcher Anlass statt. Wer ist der Organisator. Muss etwas Besonderes beachtet/mitgebracht werden. Wird ein Eintritt erhoben usw.
Zeitangaben exakt festhalten, also nie «am Samstag», sondern «am kommenden Samstag, 4. Juni» schreiben. Jahreszahlen werden in der Zeitung nur genannt, wenn das Datum nicht das laufende Jahr betrifft.
Der Ortsname steht immer am Anfang des Textes. Der Ort muss anschliessend nicht mehr genannt werden.
Titel sowie «Herr» und «Frau» weglassen. Zu jedem Namen gehört der Vorname. Wenn es von Wichtigkeit ist, dass zum Beispiel der Referent einen Doktortitel hat, wie folgt umschreiben: Der Referent, Wilhelm Dörig, Arzt der Inneren Medizin, widmet sich dem Thema «Die krankmachenden Speisen».
Die Erfahrung zeigt, dass kurz vor dem Anlass publizierte Vorschauen die beste Beachtung finden. Was erst in zwei oder drei Wochen stattfindet, wird im Alltag gerne wieder vergessen. Es wird deshalb empfohlen, im donnerstäglichen «applaus» nur auf die Anlässe der nächsten sechs Tage hinzuweisen.
Die Aufmerksamkeit für einen Anlass kann um ein Mehrfaches erhöht werden, wenn am Donnerstag im «applaus» die Vorschau und am Freitag in der Zeitung ein Inserat dazu publiziert wird. Die Inserattarife sind für beide Publikationsorgane gleich.
Vorschau-Beispiel 1
Grub. Am kommenden Sonntag, 30. September, findet ab 20 Uhr in der Turnhalle der Unterhaltungsabend der Musikgesellschaft Grub statt; er steht unter dem Motto «In 80 Tagen um die Welt». Zur Aufstockung der Vereinskasse wird in der Pause eine Tombola durchgeführt. Es lockt ein grosser Gabentempel, als Hauptpreis winkt ein Velo. Im Anschluss an den musikalischen Teil führt die vereinseigene Theatergruppe unter der Regie von Roman Muster den Einakter «De Sepp will hüroote» auf. Türöffnung ist um 18 Uhr, ab 18.30 Uhr kann ein Abendessen eingenommen werden. Eintritt pro Person: 12 Franken (Kinder bis 10 Jahre gratis). Weitere Auskünfte erteilt der Dirigent Hans Fässler unter der Telefonnummer 071 . . .
Vorschau-Beispiel 2
Teufen. Der Frauen- und Mütterverein führt am nächsten Montag, 4. April, im Saal des Gasthauses Rose seine ordentliche Hauptversammlung durch. Sie beginnt ausnahmsweise bereits um 19 Uhr, weil im Anschluss ein spannendes Referat auf dem Programm steht. Kurt Meier wird über den Sinn und Unsinn der momentan überall diskutierten Schuluniform sprechen. Er ist Rektor an der Kantonsschule Frauenfeld und hat sich in einer kantonalen Arbeitsgruppe intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Das Referat ist öffentlich; es beginnt voraussichtlich um 20.15 Uhr (Eintritt frei).
Vorschau-Beispiel 3
Herisau. Wie jedes Jahr lädt der ornithologische Verein zur Tageswanderung ein. Sie findet am nächsten Samstag, 10. Juni, statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr beim Bahnhof. Mit dem Postauto geht es nach Urnäsch, wo die Wanderung beginnt und auf den Hochhamm führt (GA mitnehmen). Dort wird die Wanderleiterin Romana Muster Interessantes zum Wiederansiedlungsprojekt des Mauerseglers erzählen. Diese Wanderung ist öffentlich, sie dauert vier Stunden und ist als mittelschwer zu bezeichnen. Gutes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung sind unerlässlich. Die Verpflegung erfolgt aus dem Rucksack. Bei unsicherer Wetterlage gibt Tel. 1600, Rubrik Vereine, am Samstagmorgen ab 6 Uhr Auskunft über die Durchführung.
Der Agendaeintrag
Die «applaus»-Agenda wird nach zwei verschiedenen Kriterien sortiert. Sie erscheint jeden Donnerstag unter den Titeln «was ist wo» und «wo ist was». Die Agenda enthält in knapper Form Angaben über die Art der Veranstaltung, den Ort und Zeitpunkt des Beginns.
Wenn vorgängig ein Inserat oder Eingesandtes eingegangen ist, wird die Veranstaltung automatisch in die Agenda aufgenommen.
Wer auf seinen Anlass nur über die Agenda aufmerksam machen möchte, kann seinen Eintrag an die E-Mail-Adresse agenda@appon.ch senden.
Ob man überhaupt anfängt, einen Text zu lesen, entscheidet sich aufgrund des Titels und des Bildes. Diesen beiden Elementen ist also grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Schreiben Sie deshalb nicht «Abendunterhaltung des Turnvereins», sondern «Mit Schirm, Charme und Zauberstab».
Auch bei der Berichterstattung gilt, dass «Herr» und «Frau» weggelassen werden, dafür der Vorname geschrieben wird. Wenn es für das Leseverständnis wichtig ist, sollte die Funktion der betreffenden Person wie folgt erwähnt werden: «Der Dirigent Kurt Meier begrüsste . . . » oder «Kurt Meier, der Dirigent, begrüsste . . .».
Lösen Sie sich von der Berichterstattung anhand des zeitlichen Ablaufs. Nehmen Sie das Wichtige und Interessante an den Anfang des Textes.
Verzichten Sie darauf, dass Programm abzuschreiben und zum Beispiel die Titel aller Lieder aufzuzählen, die dargeboten wurden. Schildern Sie anhand eines Musikstücks, wie gekonnt oder in gutem Zusammenspiel sich die Musikgesellschaft präsentierte.
Vermeiden Sie englische Ausdrücke und unverständliche Fremdwörter.
Vermeiden Sie einen zu saloppen Schreibstil, zum Beispiel Ausdrücke wie «echt», «mal», «megageil».
Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben und ab 13 in Ziffern gesetzt.
Vermeiden Sie Superlative wie «Sensation», «Mega-Ereignis», «absolut einmalig».
Der Hauptversammlungsbericht
Lösen Sie sich unbedingt von der statutarischen Traktandenliste. Stellen Sie das Wichtigste und Interessanteste an den Anfang des Textes. Das sind üblicherweise Wahlgeschäfte, Kassaberichte und Voten, die erst am Schluss unter «Varia» eingehen.
Auch hier gilt: Der Titel entscheidet, ob ein Leser in den Text einsteigt. Schreiben Sie nicht «Hauptversammlung des Damenturnvereins», sondern «Edith Meier ist neue Präsidentin» oder «Das Loch in der Kasse bereitet Sorgen».
Unbestrittene Traktanden wie einstimmige Annahme des Protokolls müssen in einem journalistischen Text nicht erwähnt werden.
Halten Sie die Rückschau auf das vergangene Vereinsjahr möglichst knapp.
Schreiben Sie in der Vergangenheit, ausser im Titel. Titel werden grundsätzlich in der Gegenwart geschrieben.
Vermeiden Sie den «Wir»-Stil. Also nicht: «Wir stimmten einer Erhöhung des Jahresbeitrages zu» sondern: «Die Versammlung stimmte einer Erhöhung des Jahresbeitrages zu.»
Benützen Sie den Hauptversammlungsbericht, um allgemeine Informationen über den Verein weiterzugeben, das ist gute Gratiswerbung. Schreiben Sie zum Beispiel, dass Neumitglieder willkommen und jederzeit zu einer Probe jeweils am Dienstagabend ab 20 Uhr in der Turnhalle des Schulhauses Wies eingeladen sind.
Franken werden hinter den Betrag gesetzt und ausgeschrieben. Zahlen werden gerundet. Zum Beispiel: «knapp 1,7 Mio. Franken» statt «Fr. 1 689 358.25».
Abkürzungen beim ersten Vorkommen in Klammer setzen. Zum Beispiel: Der Damenturnverein (DTV) . . .
Wenn Sie zitieren, muss das Zitat in Anführungszeichen und wörtlich wiedergegeben werden. Zitate sind ein gutes Element, um Berichte aufzulockern und lesefreundlich zu gestalten.
Der richtige Umgang mit dem Bild
Dem Bild kommt in der Zeitung sehr hohe Bedeutung zu. Leserinnen und Leser betrachten auf einer Zeitungsseite immer zuerst das Bild; es kann ausschlaggebend sein, ob man beginnt einen Text überhaupt zu lesen oder nicht.
Es wird empfohlen, wenn immer möglich ein Bild zum Text zu stellen.
Um ein gutes Bild «in den Kasten» zu bringen, ist etwas Aufwand nötig. Achten Sie auf den Vorder- und Hintergrund. Es ist schade, wenn vor der abgelichteten Person leere Bierflaschen stehen oder wenn im Hintergrund ein Glaskasten ist, der das Blitzlicht reflektiert. Es ist auch nicht günstig, Personen vor einer weissen Wand abzulichten, weil dies unschöne Schatten wirft. Fotografieren Sie wenn möglich im Freien (nicht in der prallen Sonne) oder vor einem Hintergrund, der zum Thema passt.
Wenn es sich um ein Gruppenbild handelt, sollten die Personen nicht in Reih und Glied aufgestellt werden. Das wirkt steif und langweilig. Nur schon ein leicht versetztes Stehen macht einen grossen Unterschied. Man kann aber auch eine gewisse Dynamik erreichen, wenn zum Beispiel die Personen in der vorderen Reihe in die Hocke gehen oder wenn sich die Gruppe auf einer Treppe platziert. Wenn es etwas zu Feiern gibt, zum Beispiel die Wahl eines Präsidenten, können sich die Leute auch zuprosten oder die Hände schütteln.
Oftmals ist man als Hobbyfotograf nicht schnell genug, wenn eine Urkunde, ein Zeugnis, ein Geschenk oder Ähnliches überreicht wird. In diesem Fall darf man die Szene am Ende der Veranstaltung noch einmal nachstellen.
Bei der digitalen Fotografie ist eine hohe Auflösung der Bilder unabdingbar. Fotografieren Sie niemals auf jenem Status, mit dem Sie am meisten Bilder auf den Chip bringen. Wählen Sie den mittleren oder den höchsten Status. Sehen Sie davon ab, die Bilder selber zu bearbeiten; senden Sie uns die Originaldatei. Für den Zeitungsdruck gelten besondere Vorgaben. Bei uns arbeiten Profis, überlassen Sie die Arbeit ruhig ihnen.
Bilder müssen eine Auflösung von mindestens 200 dpi haben und im jpg-Format abgespeichert sein.
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